Lieber Peri,

wir wünschen dir alles erdenkliche zu deinen heutigen Namenstag! Ich hoffe du wurdest reichlich beschenkt und genießt den Tag!

Viele Grüße und fühl dich gedrückt,
Lando&Lyssi


Prolog

Meltuwen und Theraphosa betraten die scheibar verlassene Höhle in Evendim. Meltuwen begann sofort nach möglichen Spuren zu suchen, fand jedoch nur ältere Spuren, die mindestens drei bis vier Jahre alt waren.  Der Eingang war fast nicht zu entdecken gewesen. Ranken und Gestrüpp hatten ihn gut verborgen.  Theraphosa hatte ihn nur deshalb gefunden, weil sie eine dunkle Präsenz in der Nähe spürte, die die junge Runenbewahrerin nicht deuten konnte. Sie hatte eine diffuse dunkle Bedrohung gespürt die scheinbar tief aus dem Felsen kam. Dieses Gefühl hatte ihre neugier geweckt. Als sie Meltuwen darauf ansprach spürte die erfahrene Jägerin ebenfalls etwas und beide beschlossen diese Präsenz zu finden.

Der Zutritt zu der Höhle war nicht einfach da Sie sich beide durch das Gestrüpp arbeiten mussten. Nach zehn Minuten war der Eingang soweit freigelegt, das Sie ihn passieren konnten. Beide standen in einer ca. sechs mal acht Meter großen Höhle, in der Moss wie ein Teppich Wände und Boden bedeckte. Es war sehr dunkel hier im Inneren und man hörte Wasser in kleinen Rinnsalen an den Wänden herabrinnen. Es roch moderig und die Präsenz war stärker zu spüren als draussen. Meltuwen machte zwei Schritte vorwärts, hielt angespannt inne und atmete kurz darauf tief aus, der Troll, den sie am Ende der Höhle schemenhaft erkannte war offensichtlich tot. Sie konnte drei Gänge im Halbdunkel der Höhle erkennen, der tote Troll lag vor dem linken Ausgang. Sie wandte sich um: „Schwester, hast du etwas Licht?“.

Theraphosa entzündete ein Fackel und stellte sich neben Meltuwen. Gemeinsam betrachteten sie die Überreste des Trolls. Im flackernden Licht der Fackel konnte man auch erkennen, das offensichtlich ein oder zwei Orks unter dem toten Troll begraben waren. „Wollen wir weiter?“ fragte Theraphosa mit einem sletsamen Unterton in der Stimme, der Meltuwen nicht gefiel.

Theraphosa ging an dem Troll vorbei und in den linken Gang hinein, die Fackel vor sich haltend. Der Gang war etwa einen Meter und fünfzig Zentimeter hoch ebenfalls mit Moos ausgekleidet und endete in einer zweiten Höhle.  Auch hier war überall Moos zu sehen, an den Wänden und auf dem Boden. Das Moos schien jedoch trockener zu werden, je näher man dem Ausgang dieser zweiten Höhle kam. Am Ende dieser Höhle waren Teile des Moosbelages an der Wand und dem Boden nicht mehr vorhanden, Kampfspuren waren zu sehen, was Meltuwen sofort auffiel. Sie begann diese zu untersuchen und bemerkte nicht, wie Theraphosa am Ende der Höhle in den nächsten Durchgang schritt. Sie hatte ebenfalls eine Fackel entzündet um die Kampfspuren besser betrachten zum können. Seltsam, dachte Sie, hier hatten Elben und Orks gekämpft. Das war merkwürdig, denn niemand, den sie kannte, wurde vermisst. Zudem waren diese Spuren nicht älter als ein paar Wochen. Irgendjemand musse doch hier gewesen sein, überlegte sie,  nur wie? Der Eingang war doch jahrelang nicht benutzt worden, wie sollte hier dann vor so kurzer Zeit ein  Kampf stattgefunden haben.

Meltuwen bemerkte erst nach fünf Minuten, dass ihre Schwester nicht mehr bei ihr war und begann Sie zu rufen. Sie hatte sich derart in diese seltsamen Spuren und ihre Deutung vertieft, dass Sie alles um sich herum ausgeblendet hatte. Leise nach Theraphosa rufend ging Sie weiter in Richtung des Höhlenausganges.

Theraphosa sah wie ihre Schwester intensiv den Kampfplatz zu untersuchen begann. Sie spürte wie etwas Sie in Richtung des Höhlenausganges zog, zuerst zögernd folgte Sie dann dem Gang, der sich nach etwa zwanzig Metern aufweitete und nach weiteren zehn Metern in einer domartigen Höhle endete. Mit jedem Schritt, den Sie tat wurde dieses seltsame Ziehen in ihren Gedanken stärker. Die Höhle war kreisrund und hatte in Ihrer Mitte etwas wie einen Altar stehen. Dieser Altar stand auf einem kreisrunden Podest mit drei Stufen. In acht Nischen, die symmetrisch in den Höhlenwänden waren glomm ein dunkles rotes Leuchten.  Da liegt ein toter Körper auf dem Altar, dachte Sie, nein es sind zwei. Sie näherte sich vorsichtig dem Altar und konnt einen Menschen und einen Ork erkennen, die sich beide mit ihren Schwertern durchbohrt hatten, während je eine Hand etwas kugelförmiges auf dem Altar umklammerte. Scheinbar wollten beide dieses Objekt für sich und hatten während des kampfes den Tod gefunden. Vorsichtig nahm Sie die Hände der Toten von dem kugelförmigen Objekt. Es war etwas sehr dunkles was dort lag, Theraphosa spürte die Präsenz, sie war dunkel und machtvoll, sie spürte wie es in ihrem Körper zu kribbel begann, wie etwas lange in ihr verborgenes erwachte und sie in ihren Bann zog. Sie schob das menschliche Skelett zur Seite und sah mit einem leichten Lächeln auf den Lippen auf etwas herab, was wie ein Palantir aussah. Dieser jedoch, war offensichtlich nicht nur ein einfacher Palantir. Sie spürte wie er sie immer tiefer in seinen Bann zog und dann sah sie das Auge, das Auge Saurons, für einen kurzen Moment in diesem Palantir. Danach folgte Sie willig den Wünschen des Herrn des Palantirs.

„Theraposa, Schwester, was ist mit dir?“ hörte sie Meltuwen rufen und spürte die Hände, die Ihre Schultern schüttelten. “ Nichts….Nichts, ich habe nur etwas nachgedacht.“ antwortete sie überrascht. Meltuwen sah sie lange an. “ Wir müssen zu Hernn Elrond nach Bruchtal, wir müssen ihm sagen, was sich hier verbirgt, bevor es Schaden anrichten kann.“ hörte sie Meltuwen sagen. „Nein.“ antwortete Theraphosa mit schneidender Stimme.“Ich werde ihn für meine weiter Ausbildung nutzen, ich kann seine Kräfte spüren, ich muss ihn erst erforschen.“ Meltuwen sah ihre Schwester unverwandt an, das war nicht Theraphosa die da sprach, jedenfalls nicht ihre Schwester. Sie griff in ihre Tasche um ein Elixir hervorzuholen, welches sie ihrer Schwester verabreichen wollte. Sie war nur einen Augenblick abgelenkt. Als sie wieder aufsah stand Theraphosa vor ihr und ritze Runen in ihren Stein. Dann sah sie einen grellen Blitz und Dunkelheit umfing Sie.

Theraphosa wollte ihre Schwester nicht verletzen, aber niemand würde ihr diesen Palantir nehmen. Sie griff langsam in ihren Runenbeutel und begann In die entnommene Rune etwas einzuritzen. Meltuwen, die in ihre Tasche griff, bemerkte zu spät, was Sie vorhatte und wurde völlig unvorbereitet von dem Blitz getroffen der aus dem Runenstein entwich. Meltuwen sackte zusammen, Blut rann über ihr Gesicht.  Es war ein ungutes Gefühl ihre Schwester zu verletzen aber der Drang nach dem Palantir war stärker gewesen, stärker als der Wille der jungen Runenbewahrerin, die ihre Ausbildung noch nicht vollständig abgeschlossen hatte. Ihre letzten Gedanken betrafen Ihre Familie, bevor sie Aufbrach, den Palantir in ihrem Runenbeutel, nein, keiner würde sie verstehen, und keiner würde sie an der Benutzung dieses wunderbaren Werkzeuges hindern.

Kapitel 1

Ninulios betrat das Sippenhaus. Sie war die einzige, die aus ihrer Familie zu diesem Sippentreffen erschienen war, Belodis, ihre Mutter, hatte sie darum gebeten in Erfahrung zu bringen, wo ihre ältere Schwester Meltuwen zuletzt gesehen woren war. Das Sippetreffen schien ihr die letzte Möglichkeit noch einen Hinweis zu erhalten, wo Meltuwen verschwunden war. Meltuwen, die Jägerin, die sich selbst jedem Zugriff und jeder Möglichkeit der Entdeckung entziehen konnte und dies seit drei Monaten erfolgreich tat.

Vor etwa drei Monaten war Meltuwen in Bruchtal aufgetaucht. Sie hatte berichtet, das Sie und ihre Schwester, Theraphosa eine Art Palantir in einer verlassenen Höhle in Evendim entdeckt hatten.  Theraphosa hatte diesen beansprucht und sie mit einem Runenzauber verletzt. Meltuwen war in der Höhle aufgewacht, hatte sich nach draussen gekämpft, und war nach Bruchtal geritten. Eine Woche danach, als ihre Wunden verheilt waren, war sie aufgebrochen um ihre Schwester Theraphosa zu suchen und nach Bruchtal zurückzubringen.  Seitdem hatte man nichts mehr von Meltuwen gehört.

Vor etwa zwei Monaten hatte Ninulios von einer mächtigen Runenbewahrerin gehört, die in Angmar ihr Unwesen trieb, eine Elbin, welche sich mit den Angmarin verbündet hatte und in Carn Dum gerüchten zufolge hohes Ansehen genoss. Was für ein Verrat, eine Elbin auf der Seite Saurons und seiner Handlanger. Niemand hatte eine Ahnung, wer diese elbin war, ausser Belodis, ihrer Mutter. Als Belodis die Nachrichten von dieser Elbin hörte zu denen auch eine Beschreibung dieser Person gehörte, hatte Sie sich sofort mit Elrond getroffen. Kurz danach hatte Sie ihre jüngste Tochter, Ninulios, zu sich gerufen. Ninulios erschien mit ihrem Bären, den Sie vor kurzem gezähmt hatte.

Ninulios blickte in die Runde der versammelten Sippe, sie sah Kerrie, die Waffenmeisterin, die eine gute Freundin von Meltuwen war. „Kerrie“ fragte sie leise „habt ihr meine Schwestern Meltuwen oder Theraphosa gesehen?“. Kerrie sah Ninulios an und schüttelte traurig den Kopf.

Ihr Blick wanderte zu Periweis dem Zwerg. Ninulios mochte keine Zwerge, ihr Geruch, ihr Auftreten und ihre gedrungene Gestalt, all das fand Ninulios abstoßend. Aber auch sie hatte mittlerweile erkannt, dass es Unterschiede bei Zwergen gab, dass man sie nicht alle gleich beurteilen durfte. Ihre Schwester Meltuwen hielt viel von diesem kleinen Barden, also war auch Ninulios freundlich und höflich zu Zwergen, jedenfalls solange die es auch waren. Sie sah Herrn Periweis fragend an, „habt ihr meine Schwester gesehen Herr Periweis?“. Auch der Barde verneinte.

Sie schaute sich um, Susuriel, Magnaras, Meriac, Hoxoilli, Vardahiel, Daegeseage, Wasaruil und weitere waren anwesend. Hatte jemand von ihnen Meltuwen oder Theraphosa gesehen? Würden sie ihr helfen ihre Schwestern zu finden?

„Kann mir hier irgendjemand helfen?“ fragte Sie  die Anwesenden ………….  (to be continued)